29 Mai 2006

Wenn der Nachbar zweimal klingelt

fluch... jammer.. nun muss ich alles nochmal schreiben...
also nochmal von vorn...

Lang ist's her, dass man seine Nachmittage mit den Robinsons, Ramsays und Clarks verbrachte. Heute habe ich manchmal das Gefühl, ich lebe mittendrin in so einer Kultserie namens Nachbarn, nur stammt das Drehbuch nicht aus meiner Feder. Auch wenn die Geschichten rund um die Berliner Nachbarn sich doch um einiges unterscheiden von denen in einer australischen Kleinstadt - sei’s drum - erzählenswert sind sie allemal, auch wenn ich weder mit familiären Verbindungen, noch mit Techtelmechtel rund um meine Nachbarn dienen kann.

Nehmen wir zum Beispiel meine Wandnachbarn. Mittlerweile konnte ich mir sogar ein Bild von ihnen machen, nachdem ich bei einem Gang zur Mülltonne ihre Tonlage wieder erkannt habe – die würde ich im Schlaf erkennen.
Bei den beiden muss man zu jeder Tageszeit, vorzugsweise in der Nacht, mit einem lautstarken Streit rechnen. Er – grummelnd, eher herablassend und beschwichtigend, Sie – schrill, fast hysterisch und sehr tränenreich. Nun muss ich dazu sagen, dass ich ein gebranntes Kind bin und bei solchen lauten Streitereien am liebsten sofort die Polizei rufen würde, aus Angst, dass einer dem anderen etwas antun könnte.

Die netten älteren Damen im Haus sind natürlich immer gern bereit, Päckchen etc. für mich entgegen zu nehmen, vor allem wenn es im Austausch dafür etwas Aufmerksamkeit – sprich einen kleinen Plausch – gibt. Die Neugier muss halt befriedigt werden.

Bei den jungen Kerlen hingegen weiß man nie woran man ist, die sind oft launischer wie das Wetter. Wenn sie etwas von einem wollen, z.B. eine Zigarette schnorren, obwohl sie felsenfest behaupten, mittlerweile Nichtraucher zu sein und nur ihrem Gast zuliebe betteln kommen, sind sie geradezu charmant.
Ihre eigene Toleranzgrenze ist dann aber tagesformabhängig. Sie drehen selbst gern ihre Musik laut, aber wehe sie haben Kopfschmerzen, dann stehen sie leidend vor der Tür, um Ruhe einzufordern.
Der andere hat seit neuestem Schichtdienst und kam polternd aus der Tür, weil ich mir erlaubt hatte, die Ruhezeiten für den Gang auf den Dachboden zum Wäsche abnehmen, um sage und schreibe 10min zu überschreiten. Ich wollte ihn ja schon um seinen Dienstplan bitten, damit ich mich ab sofort danach richten kann, habe es dann aber gelassen.

Erfreulichere Geschichten gibt es aber auch. So wusste ich seit einiger Zeit, dass es im Nebenaufgang einen Namensvetter von mir gibt, spätestens seitdem eine Postkarte mit einer Liebeserklärung an ihn, fälschlicherweise in meinem Briefkasten landete. Mein Gesicht hätte man mal sehen sollen, als ich die lesen wollte und verwirrt auf die Zeilen und vor allem die weibliche Unterschrift starrte.
Nun wartete ich ja noch auf ein Paket, welches laut Track&Order der DPD schon angekommen sein musste, nur leider fand sich kein Benachrichtigungszettel im Kasten... hm… seltsam… bis es dann eben klingelte und sich mein Namensvetter persönlich meldete, um sich mir vorzustellen. Das Paket hatte man bei jemandem in seinem Aufgang abgegeben. Uff… das war doch noch eines der Geburtstagsgeschenke… was ein Glück!

Wie üblich habe ich zum Thema etwas gegoogelt und folgende sehr amüsante Seite zum Thema gefunden: Briefe an den (lieben) Nachbarn! Mein Favorit ist – was Wunder – die sarkastische Version zu: Wenn der Nachbar herumbrüllt.

In diesem Sinne
lg apricum,
die heute mal aus dem Nähkästchen geplaudert hat

P.S. Ein Schelm, wer bei dem Titel des Posts Böses denkt *fg*

Posted by apricum at Montag, Mai 29, 2006

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Die Version des Briefes finde ich sehr gut *fg*
Den könnte ich glatt auch an unseren Nachbarn schreiben, nur müsste ich die Worte die er brüllt rauslassen, oder als "hhnnnfff..." dann schreiben, denn ich versteh kein Wort von dem, was der nuschelt. Ich höre nur diese laute grunzende Stimme.

Sonntag früh (7:30 uhr!)hab ich gegen die Wand gehauen und dann rief er nur "quak quak". Also völlig dämlich der Typ!

Ich beschwere mich nicht gerne und schon gar nicht, wenn es dann Abmahnungen gibt, aber ich kann seit 2 Jahren nicht richtig schlafen durch sein Gebrüll und irgendwann ist Schluß mit lustig.

Zum Glück gibt es aber noch "normale" Nachbarn :)

Posted by Blogger Consuela at 12:53 nachm. #
 

Ich wohne ja erst seit 6 Monaten in meiner neuen Behausung und hier habe ich glücklicherweise nur eine Nachbarfamilie. Die sind super nett. Haben einen kleinen Laden unten im Haus.

Die anderen Mitbewohner kenne ich bisher nicht. Wir haben halt nen Fahrstuhl (im Altbau) und das sieht man sich so gut wie nie.

In der Wohnung davor, war es sehr unterschiedlich. Meine Nachbarin, war ganz komisch. Hat immer auf dem Balkon gesessen, wenn wir auch draußen waren bzw. wenn sie uns gesehen hat, hat sie sich sofort rausgesetzt. Grüßen war für sie ein Fremdwort. Die Omi´s im Haus waren echte Treppenterrier. Keiner kam ungesehen ins Haus. Ihre Stimmung war immer daran zu erkennen, ob sie Päckchen annahmen oder nicht. Dann hieß es wieder mal ne Nettigkeit vorbei bringen und die nächsten 6 Monate waren geritzt !!! :)

Posted by Blogger lore.berlin at 5:44 nachm. #
 

@consuela
Hört sich auch nicht gerade gesund an, was du über den Nachbarn erzählst.

@lore
Treppenterrier... *smile*
Da habe ich wohl Glück mit den alten Damen hier im Haus.

Posted by Blogger apricum at 6:32 nachm. #
 

Nee, ich glaube gesund ist 'was anderes... aber dafür wohnt hier eine superliebe Omi im Haus, die ich schon richtig ins Herz geschlossen habe. Sie freut sich über Kleinigkeiten wie Weihnachtskarten oder einfach nur einen lieben Gruß von Haustür zu Haustür :)

Treppenterrier haben wir hier auch - die "Else Klings des Blockes" - die wissen über alles und jeden Bescheid *gg*

Posted by Blogger Consuela at 7:04 nachm. #
 

/offtopic

Else Kling hat sich gerade letzten Sonntag aus der LiStra verabschiedet. Vielleicht hat ja wer adäquaten Ersatz aus dem eigenen Haus für die Serie *gg*

Posted by Blogger apricum at 7:17 nachm. #
 
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